Erfahrungsberichte


Die hier veröffentlichten Erfahrungsberichte stammen von Einsatzkräften aus Organisationen, welche der Peer-Gruppe IG NORD angeschlossen sind. Die Texte wurden durch die betroffenen Personen verfasst und explizit zur Veröffentlichung auf unserer Homepage zur Verfügung gestellt.

Juni 2018, Rettungsdienst

 

Ich konnte persönlich eine sehr gute Erfahrung mit den Peers machen. Es ging

um eine Angelegenheit in einem Betrieb, in welchem Personalgespräche

stattfanden. Ich wünschte einen Peer an meiner Seite, nachdem es mir nach dem

ersten Gespräch nicht reibungslos ging. Somit begleitete mich der Peer an das

zweite Gespräch. Sie war dann nur für mich da – an meiner Seite. Das gab mir

Sicherheit. Vorgängig gab es ein Telefongespräch und ein persönliches Gespräch. Ich

fühlte mich sofort verstanden. Auch mein Vorgesetzter begrüsste und

unterstützte meinen Entscheid. Unmittelbar nach der Besprechung sassen wir

zusammen zur Nachbesprechung. Daraus ergab sich ein sehr aufschlussreiches- und

beratendes Gespräch. Ich bin dem Ratschlag vom Peer gefolgt und stehe heute

mehr denn je im Leben. Als Abschluss erfolgte nach ein paar Wochen nochmals ein

Telefongespräch und auch dabei stand ICH wieder im Zentrum was mein Befinden

betraf. Diesen Schritt würde ich wieder tun und kann es jedem empfehlen.

April 2018, Firstresponder-Gruppe

 

P: Die Peers sind gut organisiert. Der Einsatz ging mir sehr nahe weil der Verstorbene noch sehr jung war. Deswegen wollte ich eine Nachbesprechung und es tat gut mit allen Kameraden über das Erlebte zu sprechen. Die Gespräche haben mir sehr geholfen diesen Einsatz zu verarbeiten. Ich werde in Zukunft bei ähnlichen Einsätzen wieder Gebrauch machen vom Peer-Angebot.

 

Y: Ich bin froh, dass ich dabei sein konnte bei der Nachbesprechung. Am Anfang hatte ich ein mulmiges Gefühl nochmals den ganzen Ablauf zu erzählen. Was ich gemacht habe, wie man sich gefühlt hat, wie es einem jetzt geht. Die Peers haben gut zugehört, still beobachtet, gefragt wie es jetzt geht. Was mich sehr beeindruckt hat, dass sie sich nochmals telefonisch erkundigt haben nach dem Befinden von mir eine Woche später. Ich finde es eine ganz großartige Sache, die man viel mehr nutzen sollte. Vor allem auch für neu Eingeteilte die den ersten Einsatz hatten mit Todesfolge. (Ich wäre froh gewesen hätte ich das bei meinem ersten Einsatz gehabt.)

 

U: In der Feuerwehr machen wir bei einem Einsatz mit Todesfolge immer eine Nachbeprechung. Die Besprechung mit den Peers war aber viel tiefgründiger und strukturierter. Es war wichtig jemanden von ausserhalb als Gesprächsleiter zu haben. Ich habe gestaunt wie offen meine Kameradinnen und Kameraden über ihre Gefühle geredet haben. Ich bin überzeugt, dass alle Beteiligten den Einsatz dank Peers gut verarbeiten konnten und wieder für den Nächsten bereit sind.